Chronik - Freiwillige Feuerwehr Kohden - Stadt Nidda

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Am 11. Dezember 1937 kam es zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Kohden. Bürgermeister Heinrich Uhl konnte in der Gastwirtschaft Uhl/Katzenmayer 30 Kohdener Bürger, Regierungsrat Kessel aus Darmstadt, Kreisbrandinspektor Klein aus Büdingen und Ortsbrandmeister Robert Erk aus Nidda begrüßen. Zu den Männern der „ersten Stunde" zählten Wilhelm Schwab als Kommandant - er hatte dieses Amt bereits in der Pflichtfeuerwehr inne - Otto Buß als sein Stellvertreter, August Spruck als Rechnungsführer, Wilhelm Klös als Schriftführer, Heinrich Franz, Heinrich Käppner und Heinrich Koch als Beisitzer, Heinrich Klös als Gerätewart und Richard Hofmann als Hornist.


Da die meisten dieser Aktiven zu Beginn des 2. Weltkrieges (1939-1945) zur Wehrmacht eingezogen wurden, kam es zur Wiedereinführung der Pflichtfeuerwehr, und zwar in enger Verbindung mit dem so genannten „Luftschutz". Nichtwehrfähige Männer und vor allem Frauen mussten nun an Feuerwehr- und Luftschutzübungen teilnehmen.

Am 17. Januar 1948 lud Kommandant Wilhelm Schwab zur 1. Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Kohden nach dem Kriege ein. In seinen Begrüßungsworten wies er darauf hin, dass aufgrund einer Anordnung der Besatzungsmächte freiwillige Feuerwehren nicht mehr militärisch, sondern vereinsmäßig zu führen seien. Rechnungsführer August Spruck legte sodann seinen Bericht für die Jahre 1940-47 vor. Hierbei zeigte es sich, dass während des Krieges jede Vereinstätigkeit der Freiwilligen Feuerwehr geruht hatte. Im weiteren Verlauf der Versammlung kam man zu dem Entschluss, die FFW-Kohden mit neuem Leben zu erfüllen, und zwar nach dem Wahlspruch: Einer für alle, alle für einen.

In den folgenden Jahren bemühte sich die Wehr, nicht nur auf dem Gebiet des Feuer- und Katastrophenschutzes den Bürgern zu dienen, sondern durch kulturelle Veranstaltungen auch ein wenig Abwechslung in das dörfliche Leben zu bringen.

So kam es am 2. Weihnachtstag 1950 zur Aufführung von zwei Lustspielen im Gasthaus Stein/Lechner und am 6. Januar 1951 wurde aus den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr sogar eine Kulturgruppe gebildet. Unter anderem organisierte diese zur Fastnachtszeit die alljährlichen Kappenabende; außerdem wurden weitere Theaterabende sowie Tanzveranstaltungen durchgeführt. Wenn Aktivitäten dieser Art gegen Ende der fünfziger Jahre allmählich einschliefen, lag dies nicht zuletzt am Fehlen geeigneter Räume.

Die Ausrüstung der Wehr bestand in diesen Nachkriegsjahren aus einer Tragkraftspritze (TS 8), für die man sich selbst einen Gummibereiften Anhänger gebaut hatte, und einer verstellbaren Leiter. Untergebracht waren diese Geräte in einem Anbau des Backhauses in der Bachgasse.

Im Frühjahr 1951 begann man mit dem Bau des Feuerwehrgerätehauses, das bis auf die Zimmerarbeiten in Eigenleistung erstellt wurde. Am 13. Dezember 1952 feierte die Wehr hier ihr 15jähriges Bestehen. Im August 1961 wurde die alte Tragkraftspritze durch eine Bachert TS 8/8 (800 Liter pro Minute bei 8 bar) mit Anhänger ersetzt; die FFW Kohden beteiligte sich an dieser Anschaffung mit 800 DM.

Der lang gehegte Wunsch nach einem Fahrzeug ging auch nach dem Zusammenschluss der Gemeinde Kohden mit der Großgemeinde Nidda nicht gleich in Erfüllung, zumal die Notwendigkeit vom damaligen Stadtbrandinspektor wegen des nahe liegenden Feuerwehrstützpunkts bestritten wurde. Erst 1975 erhielt die FFW Kohden ein solches; es stammte allerdings aus dem Jahre 1941 und entsprach in keiner Weise den Anforderungen.

So wurde im Frühjahr 1978, unmittelbar nach dem 40. Geburtstag der Wehr, erneut ein Antrag auf Zuteilung eines Feuerwehrfahrzeugs gestellt, und zwar eines Tragkraftspritzenfahrzeugs (TSF) mit Beladung. Am 30. Juni 1979 war es dann endlich so weit: Im Rahmen des traditionellen Grillfestes der Freiwilligen Feuerwehr Kohden wurde das neue Feuerwehrfahrzeug, ein VW LT 31, an dessen Anschaffung sich der Verein mit 5000 DM beteiligte, offiziell vom Magistrat der Stadt übergeben. Es hat Platz für eine Löschstaffel 1/5, und einer Beladung für die Brandbekämpfung und kleinerer technische Hilfeleistungen für eine Löschgruuppe 1/8.

Einem weiteren, dringenden Bedürfnis der FFW Kohden wurde im Jahre 1984 abgeholfen, als das Feuerwehrgerätehaus um eine Toilettenanlage erweitert und damit zugleich Forderungen des Umweltschutzes entsprochen wurde.

Im gleichen Jahr wurde die Wehr um eine Jugendfeuerwehr
(Vierzehn - bis Siebzehnjährige) erweitert. Letztere darf nur zum Übungsdienst und zu Hilfsdiensten außerhalb der Gefahrenzone sowie zu leichten Arbeiten herangezogen werden.

Weil die Aktivitäten der Jugendfeuerwehr über die Jahre immer umfangreicher wurden, erkannten wir, dass für die Beförderung der Mitglieder nun ein MTF nötig ist. 1999 beschließt der Vorstand nach einem solchen gebrauchten Fahrzeug zu suchen. 2000 war es dann soweit, für 3000 DM wurde das MTF von der FFW Trais-Horloff gekauft.

Unsere Einsatzstatistik der letzen Jahrzehnte weist jährlich zwei bis drei kleinere Einsätze auf. Zu den häufigsten Einsätzen zählen Flächenbrände, Kaminbrände und die Beseitigung von Ölspuren. Die Kaminbrände schienen über die Jahre immer mehr zuzunehmen. Daher schafften wir uns ein Kaminkehrerset an und betrieben umfangreiche Aufklärungsarbeit. Dazu nutzen wir auch unser jährliches Grillfest.

Nachdem 1968 die letzte „Kohdener Kerb" stattfand gab es in Kohden keine öffentlichen Veranstaltungen mehr. Erst 1977, als die Feuerwehr ihr 40 jähriges Bestehen feierte, gab es wieder richtig Leben in den Gassen von Kohden. Da dieses Fest mit großer Begeisterung aufgenommen wurde beschloss die Feuerwehr nun wieder jährlich ein Fest für die Bürgerinnen und Bürger von Kohden auszurichten. Als Termin entschied man sich das alte Datum der Kerb wieder aufzunehmen. So war 1978 das erste, mittlerweile traditionelle, Grillfest geboren. Und seither treffen sich unsere Einwohner an jedem ersten Augustwochenende am Feuerwehrhaus zu gemeinsamen Speiß und Trank.

Zu den größeren Einsätzen zählen zum einen mehrere Hochwassereinsätze im Unterdorf. Bei einem Brand im Gasthof „Jägerhof" in den 70er Jahren kämpften die Kameraden der Stützpunktwehr Nidda mit uns gemeinsam gegen die Flammen. Ebenso auch bei einem Brand der Stallungen der Familie Hofmann, konnte durch die eingesetzten Wehren ein Ausbreiten verhindert werden. Im April 1980 mussten wieder beide Wehren von Nidda und Kohden zu einem Brand in Stallung in Kohden ausrücken. Auch Brände von Heu- und Strohlagern mussten wir des Öfteren bekämpfen. So zum Beispiel auch am 1. Weihnachtsfeiertag 2005 als das Lager der Familie Merkert in der Bachgasse brannte.

Bei dem Großbrand im Gasthaus „Zur Traube" am Marktplatz in Nidda wurden unsere Einsatzkräfte in der Nacht zum 27.01.1996 zur Unterstützung gerufen. Leider gab es für das Gasthaus keine Rettung mehr, aber durch den unermüdlichen Einsatz aller Wehren konnte eine Katastrophe in der eng bebauten Altstadt verhindert werden. Doch dank einer Investorengruppe aus Nidda konnte bald mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Und am 25.10.1998 die Einweihung der „neuen" Traube gefeiert werden.

Lange hegten wir den Wunsch unser Gerätehaus zu Renovieren. In unseren Räumen gab es nur einen alten Ölofen und wir mussten immer beim ersten Frost das Wasser abstellen, weil sonst die Leitungen einzufrieren drohten. Die alten Hallentore und die gesamte Fassade waren in die Jahre gekommen. Das 1951 erbaute Feuerwehrgerätehaus wurde seither lediglich um einen Anbau für sanitäre Anlagen erweitert. Kleinere Ausbesserungen haben wir zwar die Jahre über immer wieder vorgenommen aber nun wurde es Zeit eine umfangreiche Renovierung durchzuführen. Und 2003 war es endlich soweit. Die Stadt Nidda stellte uns Mittel zur Verfügung um mit den Arbeiten, die größten Teils in Eigenleistung durchgeführt wurden, zu beginnen. Die Fahrzeughalle und der Mannschaftsraum bekamen eine neue Decke und wurden neu gestrichen. Die Außenfassade wurde ausgebessert und ebenfalls neu angelegt. Ebenso wurden die elektrischen Leitungen neu verlegt und die Beleuchtung verbessert. Eine Gastherme zur Beheizung wurde installiert und neue Rolltore wurden eingebaut. Leider bekamen wir keine Genehmigung einen Anbau für die Lagerung unserer Geräte aufzustellen, und mussten überlegten wie wir dieses Problem lösen könnten. Die Idee letztendlich war ein Seecontainer, den wir dann auch über die Licher Brauerei organisierten konnten.

Ein weiterer Wunsch der Einsatzabteilung war die Anschaffung neuer Spinde. Hier nutzen wir 2006 die Möglichkeit einer Sammelbestellung und kaufen aus Vereinsmitteln 12 neue Doppelspinde. Da der Container ja auch nicht der neuste war und wir feststellen mussten, dass er an einigen stellen undicht ist, haben wir 2007 beschlossen ihn zu überdachen. Durch den Einbau der Tore und der Heizung waren die Mittel der Stadt nun aufgebraucht und wir mussten nun leider noch ein paar Jahre warten bis die Renovierung abgeschlossen werden konnte.

Denn was noch fehlte war eine neue Eingangstür mit einer vernünftigen Treppe davor. Aber 2011 wurde uns auch dieser Wunsch erfüllt.


Lange bevor es in Kohden zur Gründung einer freiwilligen Feuerwehr kam, gab es hier, wie in allen Orten, eine Pflichtfeuerwehr. In der „Hochfürstlich Hessen-Darmstädtischen" Feuerordnung vom 18. Juni 1767 heißt es, dass es die Pflicht eines jeden Untertanen sei, durch Feuer drohende Schäden abzuwenden. Feuersbrünste sollten verhütet, entstandene mit möglichster Geschwindigkeit und Ordnung gedämpft und gelöscht werden. An Handwerker, die mit offenem Feuer umgehen, wie z.B. Schmiede, ergehen besondere Mahnungen. Zu Nachtwächtern seien nur solche Leute zu bestellen, auf die man sich verlassen könne.

Zu den wichtigsten Geräten, die man damals bei Bränden einsetzte, gehörten Feuereimer aus Holz, Leder oder Zellstoff, hölzerne Leitern und lange Stangen mit Eisenhaken, mit deren Hilfe man dem Feuer die Nahrung zu entziehen versuchte, sowie Feuerpatschen. Das Löschwasser wurde vor allem dem Kohdener Bach entnommen; bei Bränden im Oberdorf musste man mit bespannten Fuhrwerken das Wasser in Kübeln und Fässern heranschaffen. Die Alarmierung erfolgte durch Hornsignale; Ortsbrandmeister war im Allgemeinen der jeweilige Bürgermeister. Ihre erste Spritze erhielten die Kohdener um die Jahrhundertwende: es war eine einfache Handdruck-Spritze auf 2 Holzrädern, deren Wasserbehälter durch Eimerreihen gefüllt werden musste. Der dazugehörige Schlauch war etwa 15 m lang.

Im Jahre 2012 war es wieder soweit, nach langer Planung und Vorbereitungen konnten wir das 75 jährige Bestehen unserer Wehr feiern. Ins Festzelt auf dem Festplatz hinter dem Feuerwehrgerätehaus kamen zahlreiche Wehren aus unserem und den umliegenden Landkreisen um mit uns an zwei Tagen die vergangenen Leistungen zu feiern. Am Festzug durch unsere Gassen nahmen über 60 Wehren und Spielmannszüge teil.
Weiteres können sie unserer Jubiläumsseite entnehmen.
 
Zeitgleich wurde auch klar, dass unser MTF (Bj: 1982) wohl langsam “in Ruhestand” gehen muss. Durch eine Spendensammelaktion für ein neues Fahrzeug in 2013 kamen über 4.500 €uro zusammen. Die Stadt Nidda bestätigte einen Zuschuss von 2.500 €uro. An der Jahreshauptversammlung 2014 beschließt der Verein Mittel in höhe von max 10.000 €uro für Anschaffung und Umbau eines neuen MTF’s bereitzustellen. Dank Wehrführer Thomas Orth, der Geschick beim Verkauf des alten Fahrzeugs bewies, konnten wir einen Rekorderlös erzielen. Für über 7.500 €uro ging das Fahrzeug an einen Liebhaber.
Somit hatten wir Mittel von über 24.500 €uro für einen neuen Dienstwagen und den Umbau zur Verfügung. Das neue MTF, ein Opel Vivaro, Bj 2013, 20 tkm und mit großem Kofferraum ist nun unser ganzer Stolz und wurde in mehr als 100 Stunden von Thomas Orth für den Feuerwehrdienst umgebaut. Und wir konnten sogar noch über 1.500 €uro der Vereinskasse aus dem Budget zurückführen.

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü